Findet Euren Hochzeitfotografen im Internet, am schwarzen Brett oder per Aufruf in Foren

Wo finden wir unseren Hobbyfotograf?

Euren Fotograf finden
6 min
09.06.2020

Ein guter Hobbyfotograf ist schwer zu finden und die Suche sieht ganz anders aus, als bei einem Profi. Der Grund: Ein Hobbyist macht keine Werbung und hat keine Homepage. Aus diesem Grund ist es sehr viel schwerer, ihn zu finden.

Mit diesem Beitrag meines Hochzeitsblogs erfahrt Ihr: Wie Ihr Euren perfekten Hobbyfotograf findet und mit welchem Tricks Ihr Euch viel Zeit erspart.

Euer perfekter Hobbyfotograf - Wo versteckt er sich?

In den Beiträgen dieser Serie habt Ihr Euren perfekten Fotografen bestimmt und Euch mit den Arten der Fotografie vertraut gemacht. Ihr wisst, welchen Stil Ihr Euch wünscht und worauf es Euch ankommt. Doch wie und wo findet man einen guten Hobbyisten?

Diese Frage stellte sich mir für meine standesamtliche Hochzeit. Unsere Hauptfotografin hatte leider keine Zeit und für 3 Stunden einen Profi zu finden, ist in der Hauptsaison fast unmöglich. Also begab ich mich auf die Suche nach einem guten Familien-Hobbyisten. 4 Stunden später war mir klar: „gute Hobbyfotografen sind sehr schwer zu finden und meine Tipps vom letzten Beitrag sind nur beim Profi erfolgreich“. So suchte ich weiter und wurde nach etlichen Fehlversuchen fündig.

Um Euch meine Fehlversuche zu ersparen, gebe ich Euch nachfolgend sechs Möglichkeiten an die Hand, Euren perfekten Fotografen schnell und gezielt zu finden.

Warum sind Hobbyfotografen so schwer zu finden?

Meine erste Frage bei der Suche war: „Wieso haben so wenige Hobbyfotografen eine Homepage?“ und „Warum verstecken Sie sich?“. Haben Sie kein Interesse daran, den ein oder anderen Auftrag zu bekommen?

Die meisten Hobbyfotografen freuen sich über Anfragen und fotografieren gerne die ein oder andere Hochzeit. Es macht ihnen Spaß, neue Motive vor die Linse zu bekommen und Euch mit ihren Bildern eine Freude zu machen. Gleichzeitig lernen sie dazu und genießen es, Teil Eures schönsten Tags zu sein.

Auf der anderen Seite stehen die deutschen Gesetze. Nach der Gewerbeordnung (GewO) und dem Einkommenssteuergesetz (EStG) müssen alle selbständigen nachhaltigen Betätigung mit Gewinnabsicht angemeldet werden (sofern es sich nicht um Land- und Forstwirtschaft, einen Freiberuf oder eine andere selbständige Arbeit handelt) [§14 GewO i.V.m §15 EStG]. Eine Webseite ist schnell als Anzeichen für eine dauerhafte Gewinnabsicht. Dies führt im schlimmsten Fall dazu, dass das Finanzamt vor der Tür des Hobbyisten steht.

Zudem sind bei der Webseite weitere Gesetzte und Verordnungen zu beachten. So verarbeitet und veröffentlicht der Hobbyist Fotos und fällt damit z.B. unter die DSGVO, das Urheberrecht und ggf. das Telemediengesetz. Und diese sind nur ein Teil der zu beachtenden Regelungen.

Ein Hobbyist mit Webseite nimmt somit viel auf sich, nur um gefunden zu werden und seine Bilder zu veröffentlichen. Auch findet man im Internet viele falsche Aussagen zum Thema „Aufträge annehmen als Hobbyfotograf“, „Eigene Homepage als Fotograf“ usw. Dies verunsichert zusätzlich und macht eine eigene Webseite unattraktiv.

Wie finde ich trotzdem meinen Hobbyisten?

Den Kopf müsst Ihr trotzdem nicht in den Sand stecken. Es gibt Möglichkeiten und Orte, um Euren perfekten Hobbyfotografen zu finden.

Modelkartei

Der einfachste Weg zu Eurem Hobbyisten führt über die Modelkarteien. Das sind Portale, in welchen Fotografen nach Models oder Models nach Fotografen suchen. Hier stellt sich jeder Nutzer in einem kurzen Steckbrief und mit Fotos vor. Zudem gibt man an, worauf man Lust hat (z.B. Portraitfotos) und wo die eigenen Grenzen sind. Außerdem kann man Anfragen posten und die jeweils interessierte Partei meldet sich bei einem.

Dies macht die Kartei zum perfekten Ort, um Eurem Hobbyisten zu finden. Ihr könnt in der Suche angeben, dass Ihr z.B. einen Fotografen im Umkreis von 25 km aus dem Bereich Hochzeit, Akt oder Portrait sucht. Anschließend schaut Ihr Euch die Fotos im Steckbrief an und wenn Euch sein Profil gefällt, schreibt Ihr ihm direkt eine Nachricht.

Alternativ könnt Ihr eine Anfrage posten und schauen, wer sich bei Euch meldet. Je nach Kartei, entstehen Euch hierfür jedoch Kosten.

Facebook

Ein weiterer Weg zu Eurem Hobbyisten führt über Facebook. In den Gruppen tümmeln sich viele gute Fotografen und teilen dort gerne Ihre Fotos. Die Profile der jeweiligen Hobbyisten geben Euch einen Eindruck über die generelle Qualität der Bilder und in welchem Bereich sie tätig sind. Zudem könnt Ihr in den Gruppen einfach eine Anfrage posten und schauen, wer Lust und Zeit hat.

Die richtige Gruppe findet Ihr über Suchbegriffe wie „Fotofreunde“, „Fotowalk“, „Fotofreak“, „Fotocommunity“ oder „Fotoclub“. Leider könnt Ihr die Suche nicht regional eingrenzen und müsst Euch deshalb etwas durchklicken, bis Ihr die für Euch passende Gruppe findet.

Instagram

Instagram hat den Vorteil, dass eine große Anzahl an Hobbyfotografen ihre Fotos dort posten und Euch Ihre Bilder quasi zu ihnen führen (ähnlich wie die Brotkrümel im Märchen). Hierdurch habt Ihr direkt ein Bild von den Fähigkeiten Eures Hobbyisten und wisst, was Ihr von ihm erwarten könnt. Außerdem könnt Ihr ihn direkt über Instagram anschreiben.

Auf der anderen Seite ist die gezielte Suche auf Instagram umso schwerer. Die Auswahl Eurer Hashtags und der von Euch angeschauten und markierten Fotos entscheidet, was Ihr seht. Das heißt, Ihr könnt Euren perfekten Fotografen als Nachbarn haben und werdet es nie erfahren, wenn Euch Instagram seine Fotos nicht durch Zufall zeigt.

Aus diesem Grund ist Instagram für mich eine gute Ergänzung, ich würde es jedoch nicht als Einziges nutzen.

Schwarzes Brett

Eine (in der heutigen Zeit) eher unübliche Variante sind die schwarzen Bretter in Geschäften, Firmen, Unis, Fach- und Volkshochschulen. Ihr hängt einfach einen Zettel mit Eurer Anfrage aus, gebt Eure Kontaktdaten an und wartet ab, wer sich bei Euch meldet. Das Ganze ist kostenfrei und Ihr habt garantiert einen Fotografen aus der Gegend.

Auch bei dieser Variante hängt der Erfolg stark von der Gestalt Eurer Anfrage an. Ihr solltet auf jeden Fall ein Foto (Blickfang), eine prägnante Überschrift, das Datum und die gewünschte Erfahrung mit angeben (z.B. 1-2 Events fotografiert). Auch empfehle ich Euch, dezent auf die Dauer der Begleitung und Eure Erwartung hinzuweisen. Zudem solltet Ihr Euch Zeit nehmen, um Euren Hobbyisten kennen und einschätzen zu lernen (siehe Beitrag „Was ist beim Vorgespräch wichtig?“).

Schaut zudem bitte nach 3 bis 5 Tagen, ob Eure Anzeige noch sichtbar ist und nicht von anderen Anzeigen überdeckt wird oder abgenommen wurde.

Fotografie-Foren und Hochzeitsblogs

In den Foren zur Fotografie findet Ihr viele Hobbyfotografen aus der ganzen Welt. Ihre Profile und Beiträge geben Euch einen Einblick in Ihre Fähigkeiten und zeigen was für ein Mensch hinter dem Bild steckt. Zudem kann man den Fotografen direkt eine Nachricht schicken, um weitere Details mit ihnen zu besprechen. Die meisten Foren haben außerdem eine Rubrik „Fotojobs“, so dass Ihr Eure Anfrage dort kostenfrei posten könnt.

Schwierig wird es mit der regionalen Ausrichtung. In den meisten Foren tummeln sich Nutzer aus ganz Deutschland. Hierdurch ist es Glück, den richtigen Fotografen aus der Gegend zu finden. Dennoch sind diese Foren einen Versuch wert.

Fotowalks und Vereine

In jeder Gegend gibt es so genannte Fotowalks, d.h. Spaziergänge von Hobbyisten, um gemeinsam Fotos zu machen. In den meisten Fällen entstehen so Bilder von der Natur, von Tieren oder von Gebäuden. Es gibt jedoch auch Walks mit Models, bei welchen dieses an verschiedenen Orten fotografiert wird.

Fragt den Veranstalter der Walks, ob er Euch jemand empfiehlt, oder geht einfach bei einen dieser Walks mit und lernt die Teilnehmer kennen.

Alternativ gibt es in vielen Regionen Foto-Clubs. Die Teilnehmer haben häufig ein sehr gutes Equipment und haben Spaß an der Fotografie. Fragt in Eurem regionalen Club an, ob jemand Zeit und Lust hat.

Eure Abkürzung - Fragt in Eurem Umfeld nach Empfehlungen

Zusätzlich zu den 6 Wegen zu Eurem perfekten Hobbyfotografen empfehle ich Euch, immer auch Eure Bekannten und Freunde zu fragen. Diese müssen nichts mit Fotografie am Hut haben und trotzdem kann es sein, dass sie jemanden kennen und Euch empfehlen.

90% meiner besten Freunde können nichts mit Fotos anfangen und trotzdem wissen sie, dass ich gerne fotografiere. Aus diesem Grund werden Sie Euch wahrscheinlich sagen „Hey, frag doch mal Florian, vielleicht hat er Lust und Zeit“.

Im schlimmsten Fall vergeudet Ihr eine Stunde am Telefon, im besten Fall baut Ihr wieder Kontakt zu lange vergessenen Freunden auf und habt am Ende einen Fotografen für Eure Hochzeit.

Abschlussworte

Ich hoffe, Ihr habt mit diesem Beitrag Euren perfekten Hobbyfotografen gefunden.

Habt Ihr, trotzt längerer Suche und herumfragen, keinen Hobbyisten gefunden, so bitte ich Euch den Beitrag „Profi-, Hobby oder Gästefotograf?“ erneut zu lesen. Es kann sein, dass Eure Erwartungen höher sind, als das, was ein Hobbyfotograf leisten kann. Schaut in diesem Fall bitte auch in meine Galerie. Solltet Ihr derartige Fotos erwarten, so denkt bitte über einen Profi nach.

Seid ihr hingegen fündig geworden, so lest bitte den Beitrag „Was ist beim Vorgespräch wichtig?“ und bereitet Euch gut auf das Treffen vor. Gerade bei einem Hobbyfotografen ist es wichtig, Eure Erwartungen und Wünsche deutlich zu machen.

Falls Euch etwas in dem Beitrag fehlt, dann nutzt bitte das unten stehende Formular und schickt mir eine kurze Nachricht

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